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Basketball: “Vagabundierende Dokumente” – Vorstand freigestellt

Die Treveri Basketball AG hat ihren Vorstand Lothar Hermeling mit sofortiger Wirkung von seinen Pflichten freigestellt. Auf dessen eigenen Wunsch, wie der Aufsichtsratsvorsitzende Ralph P. Moog am Freitag auf einer Pressekonferenz bekannt gab. Zugleich richtete Moog schwere Vorwürfe gegen die Lokalzeitung “Trierischer Volksfreund”. Das Blatt hatte unter Berufung auf den ehemaligen Spieler der TBB Trier, Brian Brown, und dessen Manager, Mike Martin, berichtet, Browns Unterschrift auf einer Erklärung zum Gehaltsverzicht (“paycut”) sei gefälscht.

Foto: Erklärung – Aufsichtsrats-Vorsitzender Ralph P. Moog, auf dem Podium in der Bildmitte, gab die Freistellung von Vorstand Lothar Hermeling bekannt und richtete zugleich schwere Vorwürfe gegen den “Trierischen Volksfreund”.

“Ich will nicht von einer Kampagne gegen den Trierer Basketball sprechen”, sagte Moog, “aber in der Berichterstattung der Zeitung sind so viele handwerkliche Fehler enthalten, dass ich mich frage, wo die Beweggründe für diese Art des Journalismus liegen.” Spekulationen darüber wollte der AG-Vorsitzende nicht abgeben. “Nein, ich spekuliere intern, aber nicht in der Öffentlichkeit.” Moog sprach von Zitaten, die aus dem Zusammenhang gerissen worden seien, von gekürzten Interviews, die zeitlich so versetzt veröffentlicht worden seien, dass insgesamt ein überaus negatives Bild der Treveri Basketball AG in der Öffentlichkeit vermittelt werde. Moog untermauerte seine Sicht der Dinge mit dem Hinweis auf ein Interview mit Ex-Spieler James Gillingham, der ebenfalls von Martin als Manager betreut wird. Dieses sei bereits “vor Wochen” geführt worden, werde aber jetzt passend zum Fall Brown und zudem extrem verkürzt veröffentlicht.

Das öffentliche Bild, das von der Trierer Zeitung gezeichnet werde, stünde in diametralem Gegensatz zu den positiven Rückmeldungen, die ob der geleisteten Arbeit in den vergangenen Monaten bei der neuen AG eingegangen seien. “Ich frage mich wirklich”, so Moog, “wenn das alles so negativ ist, wie es hier gezeichnet wird, dann kann unser Konzept doch wohl nicht stimmen. Die Erfolge der jüngsten Vergangenheit, unter anderem mit der Verpflichtung von Henrik Rödl als Trainer, belegen jedoch das Gegenteil.” Moog sagte weiter: “Hier wurde unter anderem über einen angeblichen Finanzvorstand bei der AG geschrieben. Das stimmt einfach nicht. Es gibt bei der Treveri Basketball AG keinen Finanzvorstand. Das ist einfach falsch und frei erfunden.”

Zum Vorwurf der angeblichen Urkundenfälschung sagte Moog: “Wir können uns mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln kein einheitliches Bild machen.” Der AG-Vorsitzende sprach von “vagabundierenden Dokumenten”, die den Verantwortlichen nicht vorlägen. “Lothar Hermeling hat mir allerdings versichert, dass er nicht gegen geltendes Recht verstoßen habe.” Moog begrüßte die Aufnahme von Vorermittlungen durch die Staatsanwaltschaft. “Wir verbinden damit die Hoffnung, dass alle Hintergründe dieses ungeheuerlichen Vorgangs lückenlos geklärt werden können.” Laut Moog hat der beurlaubte Vorstand ebenfalls versichert, dass er für die Unterzeichnung der Gehaltsverzichts-Erklärung durch Brown Zeugen habe. “Einer der Zeugen befindet sich momentan im Ausland. Er wird sich nach seiner Rückkehr im Beisein seines Anwalts zur Sache äußern”, so Moog.

Er selbst habe Anfang des Jahres gerüchteweise erfahren, dass es Unregelmäßigkeiten bei der Abwicklung eines “paycuts” gegeben haben soll. Allerdings seien diese Gerüchte von Mike Martin, dem Manager Browns, in Umlauf gebracht worden. “Ich bin von einer verhandlungstechnischen Position des Agenten ausgegangen, um seinen Spieler bei einem anderen Bundesligaverein unterzubringen”, so Moog, “weil ein Spieler, der die Vereinbarung nicht unterschreibt, auf dem Transfermarkt frei verfügbar ist. Brian Brown hat ja dann auch um die Auflösung seines Vertrages gebeten und am 22. Januar ein entsprechendes Dokument unterzeichnet.” Brown war unter anderem beim Liga-Konkurrenten Ludwigsburg im Gespräch, wechselte dann jedoch in die Schweiz zu den Lugano Tigers. Selbst sei er erst durch den Bericht in der Trierer Zeitung auf den Vorwurf der Urkundenfälschung aufmerksam geworden, sagte Moog, übrigens ebenso wie Lothar Hermeling. “Er hat mir ebenfalls versichert, dass er erst durch eine entsprechende Presseanfrage zu besagtem Vorfall davon erfahren habe.”

Dass Hermeling nun mit sofortiger Wirkung als Vorstand der AG freigestellt worden ist, sei ausschließlich erfolgt, um das Image des Vereins und den Erfolg des gesamten Projektes Treveri Basketball AG mit einer Fortführung der Diskussion nicht zu gefährden. Immerhin seien inzwischen auch schon wichtige Sponsoren extrem verunsichert. “Die Beurlaubung von Lothar Hermeling im Angesicht nicht bewiesener Vorwürfe ist uns nicht leicht gefallen. Aber erstens hat er selbst darum gebeten, und zweitens haben wir zum Schutze des Trierer Profi-Basketballs, aber auch im eigenen Interesse von Lothar Hermeling, keine andere Möglichkeit gesehen”, so der AG-Vorsitzende.

(et) Foto: Anna Lena Bauer



Kommentare (5)

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  1. FAN wider Willen sagt:

    von dieser ausgewogenen Zusammenfassung der Pressekonferenz (die ich live im Internet verfolgt habe) kann sich der Trierische Volksfreund eine Scheibe abschneiden, denn deren heutige Zusammenfassung ist schon wieder tendenziös. Erwäge, den TV abzustellen, das ist doch Bildzeitungsjournalismus inzwischen.

  2. Herbert sagt:

    Das kann ich nur unterstreichen.

  3. herb sagt:

    den TV hab ich schon vor jahren abbestellt. ist einfach ein unnötiges käseblatt. jede schülerzeitung ist besser gemacht. ich bin jetzt nicht wirklich basketball-fan, aber was der TV hier macht, ist eine frechheit. die sollten sich schämen, so eine miese schmierenkomödie zu inszenieren. das ist unterste schublade.

  4. Knowledge sagt:

    Herr Moog steht mir momentan zu sehr als Saubermann da. Wenn sich der Vorwurf der Urkundenfälschung erhärten sollte, wird es sicherlich kein Alleingang einer Einzelnen Person gewesen sein. Ich als unwissender Außenstehender finde es äußerst bedenklich, dass einem Aufsichtsratsvorsitzenden ein solch drastisches Gerücht angetragen wird und er es NICHT für nötig erachtet investigativ tätig zu werden. Ich bin sehr gespannt wie sich die nächsten Tage entwickeln und vor allem wieviel die BBL-Verantwortlichen von dem Geschehen wussten meine Freunde…. ;-)

  5. herb sagt:

    der moog will jetzt den hermeling opfern um hier als sauber durchzugehen. es kann aber nicht sein, dass er davon nichts wusste. wenn es rauskommt, dass das mit der fälschung stimmen sollte, dann muss der moog auch weg.

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